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Mitarbeit und Ausbildung für Ehrenamtliche
Information über die Ausbildung zur ehrenamtlichen Mitarbeit in
der TelefonSeelsorge Pfalz
- Persönliche Voraussetzungen für die Ausbildung
Für die Telefonseelsorge-Ausbildung und -Mitarbeit sind bestimmte
Fähigkeiten notwendig. Wir versuchen deshalb, uns möglichst vor
Kursbeginn ein Bild zu machen, wie weit Ihnen mit Ihren Begabungen
diese Arbeit entspricht.
Als Telefonseelsorgerin/Telefonseelsorger brauchen Sie:
Belastbarkeit
Manchmal hören Sie Dinge, die Sie sehr stark erschüttern. Sie
werden z.B. von Menschen angerufen, die sich das Leben nehmen
wollen. Andere berichten von einem Problem, mit dem Sie selbst
in Ihrem Leben noch nicht fertig geworden sind. Nicht immer bietet
sich schnell die Gelegenheit, mit uns Hauptamtlichen darüber zu
sprechen und Sie müssen, da Sie unter Schweigepflicht stehen,
solche Erlebnisse zunächst allein mit sich herumtragen. Außerdem
werden Sie in den seltensten Fällen erfahren, was Ihr Gespräch
bewirkt hat.
Einfühlungsvermögen
Viele Anrufende gestalten ihr Leben und ihre Beziehungen völlig
anders, als Sie es gewohnt sind. Andere wirken auf den ersten
Eindruck schroff und abweisend, obwohl sie innerlich tief verzweifelt
sind. Sie sollten in der Lage sein, sich in solche, Ihnen fremde
Denk- und Verhaltensweisen hineinzuversetzen.
Selbstwahrnehmung
Ihre Person tritt im Beratungsgespräch nicht vollständig zurück,
sondern Sie bringen Ihre eigene Lebensgeschichte, eigene Konflikte
und Lösungsmodelle mit ein. Das kann im Einzelfall sehr hilfreich,
in einem anderen Fall aber unangemessen sein. Deshalb ist es wichtig,
dass Sie über Ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle Bescheid wissen.
Wir erwarten, dass Sie bereit sind, in der Ausbildungsgruppe über
sich selbst zu sprechen und damit auseinander zu setzen, wie die
anderen Mitglieder Sie erleben.
Teamfähigkeit
Beratung bedeutet für uns nicht, Anrufenden einen Rat zu erteilen,
sondern sie als erwachsene Partner ernst zu nehmen und mit ihnen
gemeinsam Lösungen zu suchen. Um das zu lernen, geschieht die
Ausbildung und später auch die Weiterbildung der Gruppen: Sich
gegenseitig zu unterstützen und zu korrigieren, gemeinsam Wege
zu erarbeiten, ist unserer Meinung nach für die Beratung ebenso
wichtig wie die allein verantwortete Einzelleistung. Unsere MitarbeiterInnen
erleben diese Gruppenarbeit und das Engagement in einem menschlich
offenen Team als große persönliche Bereicherung.
Offenheit gegenüber religiösen und weltanschaulichen Fragen
Die Telefonseelsorge Pfalz ist eine Einrichtung der katholischen
und evangelischen Kirche in der Pfalz. Wenn Sie sich für den Ausbildungskurs
bewerben, erwarten wir von Ihnen kein Glaubensbekenntnis, mindestens
aber eine Offenheit für die Werte der christlichen Tradition und
die Bereitschaft, diesen Dienst in Verbundenheit mit der jeweiligen
Kirche zu tun. Wir erwarten Ihre Aufgeschlossenheit, für sich
selbst über religiöse Fragen nachzudenken und sich auf unsere
christliche Praxis einzulassen (z.B. ökumenische Gottesdienste,
Meditationen, u. a.). Bewerber, die
einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft angehören, die nicht
Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ (ACK) ist,
können nicht zugelassen werden.
- Aufnahmeverfahren
Das Aufnahmeverfahren beginnt mit dem Auswahlgespräch. Dieses
dauert etwa eine Stunde. Dabei werden wir mit Ihnen zusammen
zu klären, ob die Teilnahme am Ausbildungskurs für Sie und für
uns sinnvoll erscheint. Rechtzeitig vor dem Auswahltermin erhalten
Sie von uns einen persönlichen Fragebogen, der die Grundlage
dieses Gesprächs sein wird. Dort haben Sie auch die Gelegenheit
uns persönlich kennen zu lernen und sich weiter zu informieren.
- Schwerpunkte der Ausbildung
Arbeit an der eigenen Person
Sie bringen Ihre Lebensgeschichte und Ihre Erfahrungen mit.
Am Telefon sollen Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen,
aber auch um Ihre Grenzen und Empfindsamkeiten wissen. Deshalb
ist es wichtig, dass Sie in der Ausbildungsgruppe über Ihre
Lebensgeschichte und Erfahrungen sprechen und die anderen Teilnehmer/innen
mit ihren jeweils unterschiedlichen Hintergründen kennen lernen.
Das bedeutet, dass manches von dem, was für Sie bisher selbstverständlich
und sicher war, in Frage gestellt wird. Es geht einerseits um
Bejahung und Entfaltung Ihrer Fähigkeiten, andererseits um Neuorientierung
und Veränderung.
Arbeit an der Fähigkeit, Gespräche zu führen
Die Anrufenden sprechen mit Ihnen über sich und ihre Situation,
sie haben an Sie als beratende Person bestimmte Erwartungen,
im Gespräch entsteht zwischen Ihnen eine Beziehung. Wenn Sie
beratend tätig sein wollen, brauchen Sie die Fähigkeit, die
vielfältigen Wünsche und Erwartungen wahrzunehmen und damit
in angemessener Weise umzugehen. Sie brauchen methodische Hilfen,
um die Beziehung zwischen Ihnen und den Anrufenden aufzubauen,
um die Gespräche zu strukturieren. Sie brauchen ebenso die Möglichkeit,
mit den Anrufenden gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Schließlich geht es darum, Ihre eigenen Belastungen zu spüren
und zu verarbeiten.
Einführung in die Problemfelder der Telefonberatung
Neben der Arbeit an der eigenen Person und der Gesprächsmethodik
ist es für einen hilfreichen Umgang mit den Anrufenden notwendig,
Fachwissen über verschiedene Problemfelder zu erwerben (z.B.
Trauer, Suizid, Suchtprobleme ...) . Auch werden Kenntnisse
über angemessene Hilfsmöglichkeiten und weiterführende Hilfestellen
vermittelt.
Diese drei Schwerpunkte der Ausbildung stehen nicht isoliert
nebeneinander, sondern bilden eine Einheit.
- Ablauf der Ausbildung
Die gesamte Ausbildung umfasst ca. 200 Stunden verteilt über
1 ½ Jahre.
Nach
der Grundausbildung folgt eine halbjährige
Praxisphase bzw. Probezeit. In dieser Zeit sollen die neuen
Mitarbeiter/innen bereits Telefondienst unter intensiver
Supervision machen. Die Supervision erfolgt in den
Gruppensitzungen zum gleichen Zeitpunkt wie bei der
Grundausbildung und wird durch Einzelsupervision nach zeitlicher
Absprache ergänzt.
Die
Teilnahme am Ausbildungskurs ist kostenlos. Kosten für
Übernachtung und Verpflegung werden übernommen, wenn der Kurs in
einem Tagungshaus stattfindet (in der Regel am
Einführungswochenende). Fahrtkosten für die
Ausbildung können nicht erstattet werden. Teilnehmer/innen am
Ausbildungskurs sind allerdings für die Teilnahme am Kurs und den
Weg zu den Veranstaltungen versichert. Auf Wunsch werden
Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.
Alle
regelmäßigen Gruppenveranstaltungen der Aus- und Fortbildung sowie
der Dienst am Telefon finden am Sitz der Telefonseelsorge in
Kaiserslautern statt.
- Die Mitarbeit
Die erfolgreich durchlaufene Ausbildung ist die Voraussetzung
für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Telefonseelsorge. Voraussetzung
für einen erfolgreichen Abschluss ist die regelmäßige Teilnahme
und die Zustimmung der Stellenleitung nach zwei Probeschichten.
Für Ausbildung und Mitarbeit können bei Bedarf Bescheinigungen
ausgestellt werden. Die erfolgreich durchlaufene Ausbildung
berechtigt prinzipiell zur Mitarbeit in allen anderen deutschen
Telefonseelsorgestellen.
Eine Arbeitsgemeinschaft von ca. 80 Ehrenamtlichen in einem
solchen Dienst rund um die Uhr muss bestrebt sein, die anfallenden
Belastungen möglichst gleichmäßig auf alle zu verteilen. Wenn
Sie am Ausbildungskurs teilnehmen, gehen Sie folgende Verpflichtungen
ein:
- Nach der Ausbildung arbeiten Sie mindestens 2 Jahre mit. (Gravierende
Veränderungen im persönlichen Umfeld werden nach Absprache mit
der Leitung berücksichtigt.)
- Sie übernehmen in der Regel einen Nachtdienst
à 9 Stunden oder drei Tagdienste mit insgesamt 15 Stunden pro
Monat, darunter auch Wochenend- und Feiertagsdienste.
Zudem gehen wir von der Bereitschaft aus, bei Engpässen in der
Dienstplanbesetzung gelegentlich einzuspringen.
- Auch nach der Ausbildung ist eine regelmäßige Praxisbegleitung
(Supervision) notwendig und daher verpflichtend. Diese findet
in sog. Begleitgruppen statt, die sich in der Regel einmal monatlich
für 2-3 Stunden mit einer Person der Stellenleitung treffen. Jedes
dritte Treffen findet unter der Leitung einer externen Fachperson
ohne Stellenleiter statt und beinhaltet Fallsupervision der Gespräche.
Darüber hinaus haben die MitarbeiterInnen die Gelegenheit, am
reichhaltigen Fortbildungsangebot der Telefonseelsorge teilzunehmen.
Auch darüber können Bescheinigungen erstellt werden.
- Absolute Voraussetzung für jegliche Telefonseelsorgearbeit
ist Ihre Verpflichtung zum Schweigen. Da bereits die Ausbildung
nur mit Praxisbezug möglich ist, unterschreiben Sie zu Beginn
des Kurses eine Verpflichtungserklärung, die auch dann Gültigkeit
behält, wenn Sie aus dem Kurs bzw. der Arbeit ausgeschieden sind.
- Die Schweigepflicht beinhaltet auch, dass außer den nächsten
Menschen in Ihrer Umgebung niemand erfährt, dass Sie in der Telefonseelsorge
mitarbeiten. Bitte achten Sie schon jetzt darauf, dass Sie möglichst
wenige Personen Ihres Vertrauens in Ihre Pläne einweihen, bei
uns mitzuarbeiten. Dies dient vor allem Ihrem eigenen Schutz,
aber Sie müssen auch bedenken, dass alle, denen Sie von Ihrem
Plan berichten, daran gehindert werden könnten, bei uns anzurufen,
weil sie befürchten müssen, Bekannte am Telefon anzutreffen. Ebenso
sind Sie gehalten, die Adresse der Dienststelle der Telefonseelsorge
Pfalz vertraulich zu behandeln.
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Die Fahrtkosten
für die Dienste und für die Teilnahme an der Begleitgruppe werden
erstattet, sofern sie innerhalb der Region der TelefonSeelsorge
Pfalz stattfinden. Es werden die Fahrtkosten für öffentliche
Verkehrsmittel bzw. 0,30 € pro gefahrenem Pkw-Kilometer erstattet.
Für Fahrtstrecken außerhalb der Region der TelefonSeelsorge Pfalz
werden keine Fahrtkosten erstattet, für diese Strecken kann eine
Spendenbescheinigung ausgestellt werden. Änderungen dieser
Regelungen sind vorbehalten.
Ehrenamtliche
Mitarbeiter/innen sind für die ehrenamtliche Tätigkeit und die
notwendigen Fahrtwege versichert über Sammelversicherungsverträge
der Träger der TelefonSeelsorge Pfalz.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch telefonisch
gerne zur Verfügung.
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| Heiner Seidlitz |
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Astrid Martin
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Leitung der Telefonseelsorge
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Ausbildungskonzept TelefonSeelsorge Pfalz
Stand Juli 2010
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Ziele:
- Förderung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Reflexion der eigenen Beziehungsgestaltung
- Erwerb von Grundhaltungen der Beratung, Begleitung und Krisenintervention
- Erwerb von Fertigkeiten der Gesprächsführung am Seelsorge - und
Beratungstelefon
- Vertraut werden mit Theorie und Praxis zu relevanten Sachthemen
- Kenntnisse zur Vermittlung weiterführender Hilfsangebote der
Region
- Kenntnis der Richtlinien der Mitarbeit (insbes. Geheimhaltungspflicht,
Zeugnisverweigerung, Anzeigepflicht)
Dauer:
- Grundausbildung: (Dauer 1 Jahr)
- Einführungswochenende
- 14 weitere Wochenenden über ein Jahr verteilt (Fr. 18 - 21 Uhr, Sa 10
- 18 Uhr)
- 2 Hospitationsphasen
- Praxisphase / Probezeit: (Dauer 1/2 Jahr)
- Dienst am Seelsorge- und Beratungstelefon
- 10 Wochenenden mit Seminaren zu Themen aus Beratung und Seelsorge (u. a. Paar-
und Familienkonflikte, psychische Erkrankungen, Sucht,
Traumatisierung, sexueller Missbrauch) und Praxisbesprechung
- 2 Probeschichten mit Live-Supervision
- Teilnahmemöglichkeit an internen Fortbildungsveranstaltungen
Theoretische Konzepte:
- Grundhaltungen klientenzentrierter Gesprächsführung
- Systemische ressourcen- und lösungsorientierte Beratung
- Konzepte der Persönlichkeitsentwicklung und Gruppendynamik
Inhalte der Ausbildung:
Methoden:
- Gruppenarbeit
- Selbsterfahrungselemente
- Übungen und Rollenspiele
- Fallbesprechung
- Hospitation und Supervision
- Theorie (Lektüre, Referate)
Falls Sie Interesse an der Ausbildung und
einer Mitarbeit bei der TelefonSeelsorge haben, können Sie sich
gerne an uns wenden:
Kontakt
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