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Mitarbeit

TelefonSeelsorge:
Kann ich das?

Sie interessieren sich für die Mitarbeit in der TelefonSeelsorge?

Das freut uns sehr und wir möchten Ihnen hier ein paar erste Informationen  zur Verfügung stellen, sodass Sie sich ein Bild von der Arbeit der Ehrenamtlichen am Telefon und von der Ausbildung, die dem Telefondienst vorausgeht,  machen können.

Um die Gespräche am Beratungstelefon  zu führen braucht  es ein offenes Herz für Menschen in Not, Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen. Darüber hinaus ist eine fundierte Ausbildung wichtig, um angemessen und hilfreich mit den verschiedenen Situationen umgehen zu können. Die außergewöhnlich gründliche und erfolgreiche Art, Ehrenamtliche zu qualifizieren und regelmäßig weiterzubilden, ist zum Qualitätszeichen der TelefonSeelsorge geworden. Darauf dürfen Sie vertrauen, wenn Sie sich bei uns bewerben.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch telefonisch gerne zur Verfügung.

Für die Ausbildung und Mitarbeit in der TelefonSeelsorge sind einige Fähigkeiten und Qualitäten notwendig. Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Einfühlungsvermögen

Viele Anrufende gestalten ihr Leben und ihre Beziehungen völlig anders, als Sie es gewohnt sind. Andere wirken auf den ersten Eindruck schroff und abweisend, obwohl sie innerlich tief verzweifelt sind. Es ist wichtig in solchen Situationen in der Lage zu sein, sich in fremde Denk- und Verhaltensweisen hineinzuversetzen, sich einzufühlen in ein Erleben, das mitunter so ganz anders ist als das Ihre.

Selbstwahrnehmung

Ihre Person tritt im Beratungsgespräch nicht vollständig zurück. Im Kontakt mit den Ratsuchenden bringen Sie Ihre eigene Lebensgeschichte, eigene Konflikte und Lösungsmodelle mit ein. Da ist es hilfreich, einen klaren Blick auf die eigenen Wahrnehmungsmuster und Reaktionsgewohnheiten zu haben. Wir werden daher in der  Ausbildungsgruppe wie auch später in der begleitenden Supervision immer mal wieder auf Ihre persönliche Lebensgeschichte, Ihre grundlegenden Erfahrungen und daraus erwachsenen Weisen, mit sich und anderen in Beziehung zu treten schauen.

Belastbarkeit

Am Telefon kommen Sie häufig mit Menschen in Begegnung, die sich in sehr belastenden und mitunter krisenhaften Situationen befinden. Möglicherweise geht es dabei auch um Themen, die Sie aus Ihrem eigenen Leben kennen oder die Sie aus anderen Gründen sehr berühren. Nicht immer bietet sich in solchen Momenten schnell die Gelegenheit, mit uns Hauptamtlichen darüber zu sprechen und Sie müssen, da Sie unter Schweigepflicht stehen, solche Erlebnisse zunächst allein mit sich herumtragen. Außerdem werden Sie in den seltensten Fällen erfahren, was Ihr Gespräch bewirkt hat. Für diese Situation brauchen Sie eine innere Belastbarkeit. Eine Stärke und Stabilität, um auch schwierige Gefühle eine Weile mit sich nehmen zu können.

Teamfähigkeit

Die Ausbildung und wie auch die Weiterbildung und begleitende Supervision nach dem Ausbildungsende  geschieht in Gruppen: Sich gegenseitig zu unterstützen und zu korrigieren, gemeinsam Wege zu erarbeiten, ist unserer Meinung nach für die Beratung ebenso wichtig wie die allein verantwortete Einzelleistung. Unsere MitarbeiterInnen erleben diese Gruppenarbeit und das Engagement in einem menschlich offenen Team als große persönliche Bereicherung.

Offenheit gegenüber religiösen und weltanschaulichen Fragen

Die TelefonSeelsorge Pfalz ist eine ökumenische Einrichtung in der Trägerschaft der Diözese Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz. Wenn Sie sich für den Ausbildungskurs bewerben, erwarten wir von Ihnen eine Offenheit für die Werte der christlichen Tradition und die Bereitschaft, diesen Dienst in Verbundenheit mit der jeweiligen Kirche zu tun. Wir erwarten Ihre Aufgeschlossenheit, für sich selbst über religiöse Fragen nachzudenken und sich auf unsere christliche Praxis einzulassen (z.B. ökumenische Gottesdienste, Meditationen, u. a.).

Um Sie kennen zu lernen, laden wir Sie gerne zu einem persönlichen Gespräch ein. Als Gesprächsgrundlage senden wir Ihnen vorab unseren Bewerbungsbogen zu.
Im Gespräch haben Sie Ihrerseits die Möglichkeit, Ihre offenen Fragen zu klären.

Arbeit an der eigenen Person

Sie bringen Ihre Lebensgeschichte und Ihre Erfahrungen mit. Am Telefon sollen Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten einsetzen, aber auch um Ihre Grenzen und Empfindsamkeiten wissen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie in der Ausbildungsgruppe über Ihre Lebensgeschichte und Erfahrungen sprechen und die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit ihren jeweils unterschiedlichen Hintergründen kennen lernen. Das bedeutet, dass manches von dem, was für Sie bisher selbstverständlich und sicher war, in Frage gestellt wird. Es geht einerseits um Bejahung und Entfaltung Ihrer Fähigkeiten, andererseits um Neuorientierung und Veränderung.

Arbeit an der Fähigkeit, Gespräche zu führen

Die Anrufenden sprechen mit Ihnen über sich und ihre Situation, sie haben an Sie als beratende Person bestimmte Erwartungen, im Gespräch entsteht zwischen Ihnen eine Beziehung. Wenn Sie beratend tätig sein wollen, brauchen Sie die Fähigkeit, die vielfältigen Wünsche und Erwartungen wahrzunehmen und damit in angemessener Weise umzugehen. Sie brauchen methodische Hilfen, um die Beziehung zwischen Ihnen und den Anrufenden aufzubauen, um die Gespräche zu strukturieren. Sie brauchen ebenso die Möglichkeit, mit den Anrufenden gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Es geht auch darum, Ihre eigenen Belastungen zu spüren und zu verarbeiten.

Einführung in die Problemfelder der Telefonberatung

Neben der Arbeit an der eigenen Person und der Gesprächsmethodik ist es für einen hilfreichen Umgang mit den Anrufenden notwendig, Fachwissen über verschiedene Problemfelder zu erwerben, die in den Gesprächssituationen immer wieder bedeutsam sind. Dazu gehören: Trauer, Depression, Angst, Suchtprobleme, Krisensituationen, familiäre Konflikte, Suizidimpulse. Darüber hinaus vermitteln wir Informationen über weiterführende Hilfsmöglichkeiten, Kontaktstellen und spezifische Beratungsangebote.

Diese drei Schwerpunkte der Ausbildung stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden eine Einheit.

Die gesamte Ausbildung umfasst ca. 200 Unterrichtsstunden, verteilt über 1 ½ Jahre. Neben den Einheiten mit Selbsterfahrung, Gesprächsführung und fachlichen Themen sind auch mehrere Hospitationsphasen vorgesehen.

Die Teilnahme am Ausbildungskurs ist kostenlos.
Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden übernommen, wenn der Kurs in einem Tagungshaus stattfindet (in der Regel am Einführungswochenende). Fahrtkosten für die Ausbildung können nicht erstattet werden. Die Teilnehmenden des Ausbildungskurses sind allerdings für die Teilnahme am Kurs und den Weg zu den Veranstaltungen versichert. Auf Wunsch werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.

Alle regelmäßigen Gruppenveranstaltungen der Aus- und Fortbildung sowie der Dienst am Telefon finden am Sitz der Telefonseelsorge in Kaiserslautern statt.

Die ehrenamtliche Mitarbeit bei Telefonseelsorge beginnt nach erfolgreich durchlaufener Ausbildung. Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss ist die regelmäßige Teilnahme am Ausbildungskurs sowie die Zustimmung der Stellenleitung. Für Ausbildung und Mitarbeit können bei Bedarf Bescheinigungen ausgestellt werden.

Die erfolgreich durchlaufene Ausbildung berechtigt prinzipiell zur Mitarbeit in allen anderen deutschen Telefonseelsorgestellen.

Eine Arbeitsgemeinschaft von ca. 90 Ehrenamtlichen in einem solchen Dienst rund um die Uhr muss bestrebt sein, die anfallenden Belastungen möglichst gleichmäßig auf alle zu verteilen. Wenn Sie am Ausbildungskurs teilnehmen, gehen Sie folgende Verpflichtungen ein:

  • Nach der Ausbildung arbeiten Sie mindestens 2 Jahre mit. (Gravierende Veränderungen im persönlichen Umfeld werden nach Absprache mit der Leitung berücksichtigt.)
  • Sie übernehmen dabei eine Dienstverpflichtung von insgesamt 15 Stunden im Monat (teilweise auch an Wochenenden und als Nachtdienst)  und nehmen an der monatlichen Supervision teil. Als ehrenamtlich Mitarbeitende haben Sie außerdem die Möglichkeit, an unserem breiten Fortbildungsangebot teilzunehmen.
  • Auch nach der Ausbildung ist eine regelmäßige Praxisbegleitung (Supervision) notwendig und daher verpflichtend. Diese findet in sog. Begleitgruppen statt, die sich in der Regel einmal monatlich für 2-3 Stunden unter professioneller Begleitung treffen. Darüber hinaus haben die Mitarbeitenden die Gelegenheit, am reichhaltigen Fortbildungsangebot der Telefonseelsorge teilzunehmen. Auch darüber können Bescheinigungen erstellt werden.
  • Zentrale Voraussetzung für jegliche Telefonseelsorgearbeit ist Ihre Verpflichtung zum Schweigen über Anrufe und deren Inhalte sowie über Belange der Dienststelle. Außerdem verpflichten Sie sich dazu, selbst am Telefon anonym zu bleiben.
  • Die Anonymität der Ehrenamtlichen in der Öffentlichkeit liegt in deren persönlichen Ermessen und folgt der Abwägung verschiedener Gesichtspunkte, die in der Ausbildung besprochen werden.
  • Die Fahrtkosten für die Dienste und für die Teilnahme an den Supervisionsgruppen werden erstattet.
  • Ehrenamtliche Mitarbeitende sind für die ehrenamtliche Tätigkeit und die notwendigen Fahrtwege über Sammelversicherungsverträge der Träger der TelefonSeelsorge Pfalz versichert.